Meister meistern Herausforderungen

Der deutsche Industriemeister ist eine Schlüsselperson in großen Unternehmen: sie haben eine Sandwich-Position inne, in dem sie den Großteil der Belegschaft disziplinarisch und fachlich führen und für die fach- und Termin gerechte Umsetzung und Ausführung der Managemententscheidungen verantwortlich sind. Gefühlt ändert sich nichts so schnell wie der Industriemeisterberuf, und viele der Kollegen arbeiten 45 Jahre im Betrieb! Allein die Digitalisierung hat den Job revolutioniert, geschweige denn LEAN-Ansätze, Umstrukturierungen, etc. Ein Meister verbringt heutzutage die Hälfte seiner Arbeitszeit am Computer.

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Meister meistern Heraus-forderungen

Ein langjähriger und geschätzter Kunde von mir bei einem der größten deutschen Unternehmen hat diese Schlüsselposition erkannt und ich begleite ihn seit 2013 bei der Initiative “Meister meistern Herausforderungen”. Wie läuft die Initiative? Alles basiert auf den Input der Meister, die in einem ersten Schritt die derzeitige Belastungssituation analysiert haben und selbst Schwerpunkte für die Verbesserung identifiziert haben. Engagierte Manager begleiteten den Prozess und lieferten den Meistern die erforderlichen Informationen oder Unterstützungen. Auch bei der Lösungsentwicklung waren die Meister federführend dabei, mit den Managern zunächst die Optionen auf den Tisch zu legen und dann in umsetzungsfähige Konzepte zu gießen.

Die Skepsis war anfangs groß, dass diese Initiative einfach eine neue “Sau, die durch’s Dorf getrieben wird”. Dass sie ein beständiger Prozess geworden ist, verdankt sie der Kreativität und Veränderungsbereitschaft der Meister, dem Engagement der Manager und dem energischen Projektleiter, der im Laufe der gut zwei Jahre viel über sich und das Unternehmen gelernt hat und den Prozess als extrem wertvoll – für den Standort und auch für sich – sieht.

Ich genieße die Zusammenarbeit mit den Meistern. Ich habe viel gelernt und gelacht in den vielen Workshops, die ich moderierte. Ich schätze die Offenheit und Ehrlichkeit der Meister und ihren Willen, Dinge anzupacken und miteinander um die besten Lösung zu ringen. Mich hat auch beeindruckt, wie einige zugeben konnten, dass bestimmte angedachte Verbesserungen doch nicht so einfach umzusetzen seien, und diese Botschaft den Kollegen vermittelt haben. Das zeigt Größe.

Manager und Meister sollten sich viel häufiger die Zeit nehmen, auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir brauchen eine Diversitypolitik in den Unternehmen, die diese alte Grenze bewusst aufbricht. Gewinnen tun alle: Firma, Mensch und Prozess.

 

 

 

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